Jenzig-Gesellschaft e.V.

 
 
 
 

Die Vision "Seilbahn"

Die Vision einer Seilbahn auf den Jenzig

Wie kam es zu dieser Idee? Aufschluß darüber gibt eine Schrift des Dr. S. von Jezerewski "Die Jenaer Bergbahn", herausgegeben vom Verlag Theodor Bräunlich, Jena 1930. Der Autor hat sich befasst mit der Entwicklung der Bergbahnen und ihrer Wirkung auf die Entwicklung des Fremdenverkehrs sowohl in der Alpenregion wie aber auch im ländlichen Raum wo kleinere Höhen leichter zugänglich gemacht wurden. Ihn bewegte scheinbar auch als Jenaer Bürger die Frage, wie man den Fremdenverkehr in der Stadt Jena heben und dadurch auch wirtschaftlich etwas bewegen könnte. Die glänzende Entwicklung der vom Verfasser der Schrift verfolgten Besucherzahlen zum Beispiel beim Burgberg bei Bad Harzburg im Jahre 1929 mit 158.441 Fahrgästen bei einer Einwohnerzahl von nur 6000 gaben ihm im nachhinein Recht, die Erörterung der Erschließung der die Stadt Jena umgebenden Höhen durch eine Schwebebahn im Jahre 1928 angestoßen zu haben. Dazu bildete sich ein Jenaer Bergbahnausschuß, der seinen Sitz in der Geschäftsstelle: Buch- und Papierhandlung Theodor Bräunlich, Jena, Neugasse 18 hatte. Als Ziel einer solchen Bahn kam in erster Linie der Fuchsturm bzw. der Jenzig, der Thüringer Rigi, mit seiner unvergleichlichen Aussicht auf Stadt und Tal und dem anschlie-ßenden herrlichen Waldgebiet des „Hufeisens“ in Frage. Für den Jenzig und seinem Süd-hang sprach auch, daß dieser von der Stadtmitte mit der Straßenbahn am schnellsten und bequemsten erreichbar war. Auf seine Anregung unterzog die Adolf Bleichert & Co. GmbH in Leipzig die Projekte der Fuchsturmbahn bzw. Jenzigbahn einer Prüfung und stellte auf Grund einer Ortsbesichtigung Vorentwürfe auf, über die in der genannten Schrift berichtet wird. Das Ergebnis ist als „Kosten- und Wirtschaftlichkeitsfrage der Jenaer Bergbahn“ diesem Artikel beigegeben. Mit diesem Projekt beschäftigte sich dann die Generalversammlung der Jenzig-Gesellschaft am 8. Februar 1931 in der „Grünen Tanne“. Man kam zu dem Ergebnis, dass man sich dem Projekt nicht sperren, aber auch nicht finanziell übernehmen will...

Eine Neuaufnahme der Diskussion über dieses Projekt ist in den Akten der Jenzig-Gesellschaft nicht zu finden. Bisher blieb es also Wunschdenken... Findige Leute hatten dann eine Foto-montage erstellt und auch in Umlauf gebracht, auf der die Schwebebahn freihängend auch vom Jenzig über das Gembdental hinüber zum Fuchsturm führte...

Hier der Kostenanschlag und die Projektskizze von 1931:

Projektskizze

Doch wie wir heute alle wissen - es kam anders. Es fehlte schon damals das liebe Geld...