Jenzig-Gesellschaft e.V.

 
 
 
 

Die Wirtsleute des Jenzigs von 1927-1936

Der Jenzig vor 70 Jahren - Jenzigzeit meiner Großeltern Kurt und Eugenie Mönnig, ein Rückblick von 1927 bis 1936
100 Jahre Jenziggesellschaft, Anlaß zum Rückblick einer Zeitepoche.Es folgen Eindrücke, die von Erzählungen meiner Großeltern und meines Vaters, Werner Mönnig, sowie Bildern aus alten Fotoalben, zusammengestellt wurden. 
 
So hat es begonnen
Aus den Reihen der Jenziggesellschaft wurde eine Wirtsfamilie gesucht. Kurt Mönnig, damals 37-jährig hat in Absprache mit der Familie sich für die Übernahme der Bewirtschaftung des Ausflugs- lokales Jenzig-Haus, bereit erklärt.
Seine bisherige Tätigkeit bei der Fa. Zeiss hat mein Großvater unterbrochen und nach den 9 Jahren Jenzigzeit  wieder aufgenommen. 
Auch die Cousine meiner Groß- mutter, Grete Undeutsch (spätere Grete Gerber) ist bereits mit 16 Jahren gemeinsam mit Mönnig´s auf den Jenzig gegangen. Sie hat die gesamten 9 Jahre auf dem Jenzig-Haus fleissig mitgearbeitet.
Eugenie und Kurt Mönnig mit den 
Söhnen Werner und Georg
Mai 1927, Einzug in das Jenzighaus
Vor der offiziellen Eröffnung hat Eugenie Mönnig noch ein paar Wochen in der Konditorei des Schwagers in Markneukirchen mit geholfen. So zu sagen ein Kurzlehrgang zur Übernahme des
Jenzighauses.
Grete Undeutsch hat in der Zwischenzeit mit dem Rest der Familie und den be- scheidenen vorhandenen Mitteln das Ausflugslokal geführt. In dem einfachen Ofen wurden die ersten kleinen Kuchen gebacken, die bei den Aus- flüglern sehr beliebt waren. Durch die erforderliche Moderni- sierung der Küche wurde die bis dahin noch bescheidene Auswahl der kleinen Speisekarte erheblich verbessert.
Für meine Großeltern und unsere Tante Grete war die Anfangszeit auf dem Jenzig besonders beschwerlich, da alles was zum Leben für Gäste und Bewohner gebraucht wurde aus dem Tal herauf geschafft werden musste. Dazu gehörte selbst das Trinkwasser. Als unentbehrlich hat sich der Maultier „Hanseli“ erwiesen.
Wasser mit dem Eselskarren
In einem 50 Liter Fass und dem Eselskarren wurde das Wasser in Jena geholt. Anfänglich wurde mit Regenwasser gespült. 1928 wurde eine Wasserleitung gelegt, die jedoch nur zeitweise Wasser geführt hat !
Holzeinschlag und Maultiergespann mit fleissigen Helfern
Als Brennmaterial wurde Buchenholz aus dem nahen Wald geholt. Später wurde mit Koks geheizt.
Elektrisches Licht wurde bereits 1919 gelegt. Telefon wenig später.
Zu Beginn hat Grete Undeutsch die Gäste bedient! Eine Begebenheit aus dieser Zeit:
Herr Härdrich (ein Industrieller),der gerne auf dem Jenzig war, hat in seiner Großzügigkeit den gesamten Inhalt der Glasvitriene mit Süßigkeiten und Scho- kolade mit den Worten spendierte
“Komm Klene halt mal deine Schürze auf“!
Werner Mönnig mit Hanseli
Metzler`s Lotte, Gretes Undeutsch´s Freundin ,deren Eltern eine Weberei und Strickwarengeschäft besaßen, war im Sommer auf dem Jenzig und hat mitgeholfen (Bild am Steintisch).
Der Kellner Franz Stör hat nachmittags bedient, seine Frau hat in der Küche mitgeholfen. Sein Sohn Paul Stör, gehörte 5 Jahre zum Stammpersonal! In den Hochsaisonzeiten im Sommer, besonders an den Wochenenden, waren es 3-4 Kellner.
Kurt Mönnig stand hinter der Theke am Zapfhahn und hat die Kasse geführt.
Kurt war bekannt für seine korrekte Kas- senabrechnung.
Montags gab es ein regelmäßiges Treffen der Jenaer Wirte zum Kegeln auf dem Fuchsturm.
Gruppenbild am runden Steintisch
Den runden Steintisch am Aussichtspunkt gab es bereits . Herrmann Undeutsch, mein Urgroßvater, hat nachträglich ein Eisenband angebracht, um ein Auseinanderbrechen der Steinplatte zu verhindern! An diesem Eisenband waren die 4 Himmelsrich- tungen eingearbeitet!
Sitzplätze im Jenzighaus
Innenraum ca, 50 Plätze, Vorraum ca. 20 Plätze.
Im Sommer Samstags und Sonntags im Garten Büfett.
Gebäude
Großer Bau zum Teil unterkellert mit anschließendem großem Regenwasserbassin.
 
Die Durstlöscher kommen!
Brauerei brachte das Bier und Hallaranda-Brause mit dem Pferdegespann. Kartoffeln, die viel für die Klöße gebraucht wurden, lieferte ein Bauer aus Löbnitz.
Hauptsaison waren die Sommerwochenenden, speziell die Nachmittage. 
Großereigniss der Fackelzug mit Johannisfeuer zur Son- nenwendfeier.
Während der Woche haben sich regelmäßig nachmittags zu Kaffee und Kuchen Damen- Kränzchen eingefunden.
Im Winter wurde es ruhiger, da es recht schnell dunkel wurde, haben sind die Gäste bereits 16 Uhr wieder auf den Rückweg gemacht! Zu Sylvester gab es für die Gäste gratis Berliner-Pfannkuchen und Punsch.
Gustel Wahl, ein bereits damals altes Mitglied der Jenzig- gesellschaft und Stammgast auf dem Jenzig, hat an feucht- fröhlichen Abenden die Teufelsgeige gespielt. Werner und Georg, die Söhne von Mönnig´s, hatten gelegentlich die Aufgabe, den Gästen, die nicht mehr laufsicher waren, beim Abstieg vom Jenzig zu helfen.
                  Teil der Jenziggesellschaft um 1930
Bewirtung, Essen und Trinken
Was gab es auf der Speisekarte? Alle möglichen Fleischgerichte wie z.B. Rouladen oder Gänsebraten mit Klößen. An den Wochen- enden mussten manchmal noch Gänse im Wild und Geflügelge- schäft in Jena nachbestellt werden.
Abends Jenzig-Platte
bestehend aus 5 ½ Scheiben Brot, belegt mit verschiedenen Wurstsorten, Lachs oder Sardellen mit Gurken garniert. Salzknochen mit Meerrettich und Sauerkraut gab es häufig am Samstag Abend. Auch nachzulesen auf Seite 6 im Schriftstück von Louis Sorge.
Backstube
Der Ofen wurde aufgeheizt, mit der ersten Ofenhitze wurde der Prophetenkuchen gebacken! In dem neuen großen Backofen wurden die beliebten Streusel-, Bienenstich- und Apfelkuchen gebacken.
Der Kuchen auf den großen rechteckigen Blechen, wurde nun ganz genau mit einem speziellen Holzlineal in Stücke eingeteilt. Kinder, die das wussten, standen schon am Fenster um die Ränder zu ergattern.
Sonnabend Nachmittag reiste zur Verstärkung aus Kahla Lina Undeutsch (Eugenie Mönnig`s Mutter an) um bei dem enormen Hochbetrieb mitzuhelfen. Sie hat sich hauptsächlich um das Kaffeekochen gekümmert.
 
Weitere Aktivitäten der Jenziggesellschaft
Mitglieder der Jenziggesellschaft haben mit Hacke und Schaufel an den freien Tagen und den Samstagen Steine von den Wegen geräumt, die Wege ausgebessert und in Ordnung gehalten. Es soll schon vorgekommen sein, dass eine „Wasserwaage“ gebraucht wurde, damit die Wege auch gerade wurden! 
Der großzügige Fabrikant Härdrich spendiert diese in Form einer Flasche Schnaps.
Die Hufeisenwanderung mit dem Ziel Jenzig war für viele Jenenser am 1.Mai zur Tradition geworden. Bereits 6 Uhr morgens kamen die ersten Gäste. Tante Grete hatte noch zu tun, die Gasstätte vom Vorabend für den neuen Ansturm vorzubereiten!
Haustiere
Außer dem Maultier Hanseli gab es zwei Schäferhunde Benno und den schwarzen Lux. Benno hat Freund- schaft mit einem zahmen Reh geschlos- sen. Großen Spaß hatten die kleinen Kinder in einem Wa- gen der von den Hun- den gezogen wurde. Leider ist Benno von einem Waldspazier- gang nicht mehr zurückgekehrt!
Urgroßvater Herrmann Undeutsch 
m it d e n b eiden Schäferhunden
Eine ganze Schar Zwerghühner haben freien Auslauf auf dem Jenzig gehabt. Übernachtet haben die kleinen Hühnervögel in den umliegenden Bäumen!
 
Benno der lammfromme Schäferhund
Ein besonderer Anziehungspunkt war das Gehege vom Kapuziner- affen Moritz. Mit Vorliebe hat er die Eier der Zwerghühner ver- speist! Es war immer interessant wie sich der Affe geschickt durch die Eischale zu dem flüssigen Inhalt vorgearbeitet hat! Als Ausreisser konnte er im Nachbardorf, wieder einmal auf Eiersuche, in einem Taubenschlag eingefangen werden!
            
Eugenie Mönnig füttert
den Kapuzineraffen               Moritz wieder einmal 
                                ausgebüchst
So entstand der Jenzig Rückblick
Mein Cousin Uwe Mönnig, aus Jena, (Sohn von Georg Mönnig) hat mich auf die 100-Jahrfeier der Jenziggesellschaft ,die am
17.5.2003 stattfand, aufmerksam gemacht. Dies war für mich der Anlass zu diesem Rückblick. Ein Essbesteck von der Jenzigzeit vor ca. 70 Jahren mit dem Schriftzug Mönnig, überreichen wir zur Erinnerung der heutigen Jenziggesellschaft. Gibt es das Gästebuch noch, an das sich unsere Tante Grete noch erinnern kann?
Einige Hefte der „Jenzig bei Jena“ und interessante Postkarten aus dieser Zeit entstammen aus dem Nachlaß von Heini Rittberg aus Jena, der sich damals auch für den Jenzig begeistern konnte.
Viele Einzelheiten vom Jenzigalltag hat uns unsere Tante Grete (Grete Gerber aus Oberkochen) die einzige lebende Zeitzeugin (1911 geb.), durch Erzählungen für diesen Rückblick beigesteuert.
16 Jahre jung war Grete Undeutsch (Mädchenname) als sie auf den Jenzig kam. 
Grete Gerber im Jahr 2003
Einige Jahre später hat sie ihren Mann Paul Gerber dort kennen gelernt. Paul Gerber war damals auch ein aktives Mitglied der Jenzig- gesellschaft! Später (verheiratet) hatten beide viel Freude an einem Gartengrundstück am Fuß des Jenzig.
Von den Enkeln wurde uns zwischenzeitlich mitgeteilt, dass Frau Grete im gesegneten Alter von 95 Jahren verschieden ist, wir werden ihr Andenken in Ehren halten...

Der Jenzig vor 70 Jahren - Jenzigzeit meiner Großeltern Kurt und Eugenie Mönnig, ein Rückblick von 1927 bis 1936 (von Thomas Mönnig)

100 Jahre Jenziggesellschaft, Anlaß zum Rückblick einer Zeitepoche.Es folgen Eindrücke, die von Erzählungen meiner Großeltern und meines Vaters, Werner Mönnig, sowie Bildern aus alten Fotoalben, zusammengestellt wurden.
 
Eine Dokumentation über die damaligen Wirtsleute der Berggaststätte Eugenie und Kurt Mönnig, erarbeitet und zum 100. Gründungstag der Jenzig-Gesellschaft am 17.06.2003 als Gastgeschenk übergeben von deren Enkelsöhnen, dem Herrn Thomas Mönnig (Oberkochen) und Herrn Uwe Mönnig (Jena).
Für die freundliche Zustimmung zur Veröffentlichung in unserer Homepage bedanken wir uns herzlichst ! 
 

So hat es begonnen...

Aus den Reihen der Jenziggesellschaft wurde eine Wirtsfamilie gesucht. Kurt Mönnig, damals 37-jährig hat in Absprache mit der Familie sich für die Übernahme der Bewirtschaftung des Ausflugslokales Jenzig-Haus, bereit erklärt.
  
Geschichte-19Eugenie und Kurt Mönnig mit den 
Söhnen Werner und Georg
  
Seine bisherige Tätigkeit bei der Fa. Zeiss hat mein Großvater unterbrochen und nach den 9 Jahren Jenzigzeit  wieder aufgenommen. 
Auch die Cousine meiner Großmutter, Grete Undeutsch (spätere Grete Gerber) ist bereits mit 16 Jahren gemeinsam mit Mönnig´s auf den Jenzig gegan-gen. Sie hat die gesamten 9 Jahre auf dem Jenzig-Haus fleissig mitgearbeitet.

Mai 1927, Einzug in das Jenzighaus

Geschichte-1937Vor der offiziellen Eröffnung hat Euge
nie Mönnig noch ein paar Wochen in der Konditorei des Schwagers in Markneukirchen mit geholfen. So zu sagen ein Kurzlehrgang zur Übernahme des
Jenzighauses.
Grete Undeutsch hat in der Zwischenzeit mit dem Rest der Familie und den be- scheidenen vorhandenen Mitteln das Ausflugslokal geführt. In dem einfachen Ofen wurden die ersten kleinen Kuchen gebacken, die bei den Aus- flüglern sehr beliebt waren. Durch die erforderliche Moderni- sierung der Küche wurde die bis dahin noch bescheidene Auswahl der kleinen Speisekarte erheblich verbessert.
Für meine Großeltern und unsere Tante Grete war die Anfangszeit auf dem Jenzig besonders beschwerlich, da alles was zum Leben für Gäste und Bewohner gebraucht wurde aus dem Tal herauf geschafft werden musste. Dazu gehörte selbst das Trinkwasser. Als unentbehrlich hat sich der Maultier „Hanseli“ erwiesen.
 

Wasser mit dem Eselskarren

In einem 50 Liter Fass und dem Eselskarren wurde das Wasser in Jena geholt. Anfänglich wurde mit Regenwasser gespült. 1928 wurde eine Wasserleitung gelegt, die jedoch nur zeitweise Wasser geführt hat !

Geschichte-1928
Holzeinschlag und Maultiergespann mit fleissigen Helfern

Geschichte-1928bAls Brennmaterial wurde Buchenholz aus dem nahen Wald geholt. Später wurde mit Koks geheizt. Elektrisches Licht wurde bereits 1919 gelegt. Telefon wenig später.
Zu Beginn hat Grete Undeutsch die Gäste bedient!
Eine Begebenheit aus dieser Zeit:
Herr Härdrich (ein Industrieller),der gerne auf dem Jenzig war, hat in seiner Großzügigkeit den gesamten Inhalt der Glasvitriene mit Süßigkeiten und Schokolade mit den Worten spendierte
“Komm Klene halt mal deine Schürze auf“!
Werner Mönnig mit Hanseli Metzler`s Lotte, Gretes Undeutsch´s Freundin ,deren Eltern eine Weberei und Strickwarengeschäft besaßen, war im Sommer auf dem Jenzig und hat mitgeholfen (Bild am Steintisch).
Der Kellner Franz Stör hat nachmittags bedient, seine Frau hat in der Küche mitgeholfen.
Sein Sohn Paul Stör, gehörte 5 Jahre zum Stammpersonal!
In den Hochsaisonzeiten im Sommer, besonders an den Wochenenden, waren es 3-4 Kellner.
Geschichte-1928c
Kurt Mönnig stand hinter der Theke am Zapfhahn und hat die Kasse geführt.
Kurt war bekannt für seine korrekte Kassenabrechnung.
Montags gab es ein regelmäßiges Treffen der Jenaer Wirte zum Kegeln auf dem Fuchsturm.
 

Gruppenbild am runden Steintisch

Den runden Steintisch am Aussichtspunkt gab es bereits . Herrmann Undeutsch, mein Urgroßvater, hat nachträglich ein Eisenband angebracht, um ein Auseinanderbrechen der Steinplatte zu verhindern! An diesem Eisenband waren die 4 Himmelsrich- tungen eingearbeitet!
Sitzplätze im Jenzighaus
Innenraum ca, 50 Plätze, Vorraum ca. 20 Plätze.
Im Sommer Samstags und Sonntags im Garten Büfett.

Gebäude
Großer Bau zum Teil unterkellert mit anschließendem großem Regenwasserbassin.
 

Die Durstlöscher kommen!

Brauerei brachte das Bier und Hallaranda-Brause mit dem Pferdegespann. Kartoffeln, die viel für die Klöße gebraucht wurden, lieferte ein Bauer aus Löbnitz.
Geschichte-1930b
Hauptsaison waren die Sommerwochenenden, speziell die Nachmittage. 
Großereigniss der Fackelzug mit Johannisfeuer zur Son- nenwendfeier.
Während der Woche haben sich regelmäßig nachmittags zu Kaffee und Kuchen Damen- Kränzchen eingefunden.
Im Winter wurde es ruhiger, da es recht schnell dunkel wurde, haben sind die Gäste bereits 16 Uhr wieder auf den Rückweg gemacht! Zu Sylvester gab es für die Gäste gratis Berliner-Pfannkuchen und Punsch.
a_Geschichte-1930aGustel Wahl, ein bereits damals altes Mitglied der Jenzig- gesellschaft und Stammgast auf dem Jenzig, hat an feucht- fröhlichen Abenden die Teufelsgeige gespielt. Werner und Georg, die Söhne von Mönnig´s, hatten gelegentlich die Aufgabe, den Gästen, die nicht mehr laufsicher waren, beim Abstieg vom Jenzig zu helfen.
 

Bewirtung, Essen und Trinken

Was gab es auf der Speisekarte? Alle möglichen Fleischgerichte wie z.B. Rouladen oder Gänsebraten mit Klößen. An den Wochenenden mussten manchmal noch Gänse im Wild und Geflügelgeschäft in Jena nachbestellt werden.
Abends Jenzig-Platte,bestehend aus 5 ½ Scheiben Brot, belegt mit verschiedenen Wurstsorten, Lachs oder Sardellen mit Gurken garniert. Salzknochen mit Meerrettich und Sauerkraut gab es häufig am Samstag Abend. Auch nachzulesen auf Seite 6 im Schriftstück von Louis Sorge.
Backstube, der Ofen wurde aufgeheizt, mit der ersten Ofenhitze wurde der Prophetenkuchen gebacken! In dem neuen großen Backofen wurden die beliebten Streusel-, Bienenstich- und Apfelkuchen gebacken.
Der Kuchen auf den großen rechteckigen Blechen, wurde nun ganz genau mit einem speziellen Holzlineal in Stücke eingeteilt. Kinder, die das wussten, standen schon am Fenster um die Ränder zu ergattern.
Sonnabend Nachmittag reiste zur Verstärkung aus Kahla Lina Undeutsch (Eugenie Mönnig`s Mutter an) um bei dem enormen Hochbetrieb mitzuhelfen. Sie hat sich hauptsächlich um das Kaffeekochen gekümmert.
 

Weitere Aktivitäten der Jenziggesellschaft

Mitglieder der Jenziggesellschaft haben mit Hacke und Schaufel an den freien Tagen und den Samstagen Steine von den Wegen geräumt, die Wege ausgebessert und in Ordnung gehalten. Es soll schon vorgekommen sein, dass eine „Wasserwaage“ gebraucht wurde, damit die Wege auch gerade wurden! 
Der großzügige Fabrikant Härdrich spendiert diese in Form einer Flasche Schnaps.
Die Hufeisenwanderung mit dem Ziel Jenzig war für viele Jenenser am 1.Mai zur Tradition geworden. Bereits 6 Uhr morgens kamen die ersten Gäste. Tante Grete hatte noch zu tun, die Gasstätte vom Vorabend für den neuen Ansturm vorzubereiten!
 

Haustiere

Geschichte-Haustier1Außer dem Maultier Hanseli gab es zwei Schäferhunde Benno und den schwarzen Lux. Benno hat Freundschaft mit einem zahmen Reh geschlos- sen. Großen Spaß hatten die kleinen Kinder in einem Wagen der von den Hunden gezogen wurde. Leider ist Benno von einem Waldspaziergang nicht mehr zurückgekehrt!
Urgroßvater Herrmann Undeutsch 
mit den beiden Schäferhunden
Eine ganze Schar Zwerghühner haben freien Auslauf auf dem Jenzig gehabt. Übernachtet haben die kleinen Hühnervögel in den umliegenden Bäumen!


 
 
Geschichte-Haustier2
Benno der lammfromme Schäferhund

Ein besonderer Anziehungspunkt war das Gehege vom Kapuzineraffen Moritz. Mit Vorliebe hat er die Eier der Zwerghühner verspeist! Es war immer interessant wie sich der Affe geschickt durch die Eischale zu dem flüssigen Inhalt vorgearbeitet hat! Als Ausreisser konnte er im Nachbardorf, wieder einmal auf Eiersuche, in einem Taubenschlag eingefangen werden!
          

 

 

 

Geschichte-Haustier3

Eugenie Mönnig füttert
den Kapuzineraffen

 

 

 

 

 

 

Geschichte-Haustier4_

Moritz wieder 
einmal ausgebüchst

 

  

So entstand der "Jenzig Rückblick"

Mein Cousin Uwe Mönnig, aus Jena, (Sohn von Georg Mönnig) hat mich auf die 100-Jahrfeier der Jenziggesellschaft ,die am 17.5.2003 stattfand, aufmerksam gemacht. Dies war für mich der Anlass zu diesem Rückblick.
Ein Essbesteck von der Jenzigzeit vor ca. 70 Jahren mit dem Schriftzug Mönnig, überreichen wir zur Erinnerung der heutigen Jenziggesellschaft. (Selbiges ist heute in der Glasvirine des Jenzig-hauses ausgestellt!) Gibt es das Gästebuch noch, an das sich unsere Tante Grete noch erinnern kann?
Einige Hefte der „Jenzig bei Jena“ und interessante Postkarten aus dieser Zeit entstammen aus dem Nachlaß von Heini Rittberg aus Jena, der sich damals auch für den Jenzig begeistern konnte. Viele Einzelheiten vom Jenzigalltag hat uns unsere Tante Grete (Grete Gerber aus Oberkochen) die einzige lebende Zeitzeugin (1911 geb.), durch Erzählungen für diesen Rück-blick beigesteuert.
16 Jahre jung war Grete Undeutsch (Mädchenname) als sie auf den Jenzig kam. 
2003_Grete_Gerber
Grete Gerber im Jahr 2003

Einige Jahre später hat sie ihren Mann Paul Gerber dort kennen gelernt. Paul Gerber war da-mals auch ein aktives Mitglied der Jenziggesellschaft! Später (verheiratet) hatten beide viel Freude an einem Gartengrundstück am Fuß des Jenzig.
Von den Enkeln wurde uns zwischenzeitlich mitgeteilt, dass Frau Grete 2007 im gesegneten Alter von 95 Jahren verschieden ist, wir werden ihr Andenken in Ehren halten...