Jenzig-Gesellschaft e.V.

 
 
 
 

Wilhelm-Härdrich-Stiftung

Berggrundstück - Eigentümer: 

Grundstück: Gemarkung Wenigenjena, Flur 17, Flurstück 108 mit einer Fläche von 2.400 m².
                      (Gasthaus mit Terrasse und angrenzende Fläche)
Ende 1990 bemühte sich die Jenzig-Gesellschaft e.V. um die Rückübertragung des ehemaligen Eigentums, dem Restitutionsersuchen wurde jedoch nicht statt gegeben. Im Ergebnis eines langwierigen Prozesses erwarb schließlich die Wilhelm-Härdrich-Stiftung per 22.12.2000 das Berggrundstück mit der Immobilie. Diese Entscheidung ist für die Jenzig - Gesellschaft e.V. von Vorteil gegenüber einem privaten Investor, da ein solcher ihr ein Hausrecht gefährden konnte. Die Wilhelm-Härdrich-Stiftung ist somit Verpächter der Berggaststätte.

 

Die Familie Härdrich

Herr Karl Härdrich wurde bereits im Gründungsjahr der Jenzig-Gesellschaft 1903 Mitglied. Als Zimmermann wirkte er bei der Errichtung der ersten Schutzhütte mit. Beim Bau des Jenzighauses war er auch fest eingebunden, spendete auch für die Inneneinrichtung notwendiges Inventar.   
1921 traten die Söhne, der Architekt Ernst und der Ingenieur Wilhelm - inzwischen in Duisburg wohnend - in die Gesellschaft ein. Auch der Sohn Paul wurde Mitglied.  
 

Die Jenzig-Gesellschaft konnte sich glücklich schätzen, diese Familie zu den ihren zu zählen ! 
Der  Familienname ist aus der Vereinsgeschichte nicht wegzudenken.

Wilhelm_HardrichBesonders der Name Wilhelm Härdrich taucht in den Schriftunterlagen immer wieder auf. Auch wenn er seine Tätigkeit in Duisburg als Unternehmer ausübte, fand er immer wieder Zeit für seine Vaterstadt Jena und den Jenzig. Seine Villa am Fusse des Berges zeugt von seiner Heimatbezogenheit. Man muss bedenken, dass die umfassende Aufbauarbeit der Jenzig-Gesellschaft auf und am Jenzig stets aus eigenen Mitteln der Mitglieder erfolgte, dass der 1. Weltkrieg deutliche Spuren hinterlassen hatte und die Inflation alles Kapital der Gesellschaft vernichtete. Das Jenzighaus aber verlangte ob des regen Zuspruches nach Modernisierung und Erweiterung und auch die Wege waren zu finanzieren. Da musste hart kalkuliert werden ! 

Und hier liegt das besondere Verdienst von Wilhelm Härdrich. Er war stets mit grosszügigen Gaben und vor allem Taten zur Stelle. 

1922
 wurde Wilhelm Härdrich wegen seiner umfangreichen Verdienste zum Ehrenmitglied der Jenzig-Gesellschaft ernannt.  

Der Fabrikant Wilhelm Härdrich
, geboren 09.07.1880 in Wenigenjena, verstorben am 06.03.1946 in Jena, gründete 1925 einen Firmensitz als "Automobil-Aktien-Gesellschaft" in Moers, dieser wurde 1935 nach Duisburg verlegt. Er produzierte in seinem Werk u.a. den von den deutschen Ingenieuren Buschner und Schuppert entwickelten Holz-Vergaser-Antrieb von Kraftfahrzeugen. 

Am 17.09.1942 verlas Wilhelm Härdrich anlässlich einer Sitzung des Vorstandes der Gesellschaft unter großem Beifall sein Stiftungsstatut, in dem er den Jenzig besonders bedachte. 

Die Jenzig-Gesellschaft e.V. bedankt sich auch an dieser Stelle ganz herzlich beim Stiftungsvater. Ohne die jährlichen Zuwendungen aus Erlösen des Stiftungskapitals wäre ihre ehrenamtliche Arbeit zur Pflege des Berges nicht zu bewältigen.


Dem Ehrenmitglied Herrn Wilhelm Härdrich wird in jeder Jahreshauptversammlung besonders ehrend gedacht.

Auf dem Ostfriedhof der Stadt Jena befindet sich die Grabstätte der Familie Härdrich. Anlässlich des 100. Gründungsjubiläum der Jenzig-Gesellschaft am 16.05.2003 erfolgte aus Mitteln der Stiftung eine gründliche Sanierung dieser Grabstätte.

grab1                             Urnen: Wilhelm Härdrich (links außen) -  Karl Härdrich (rechts außen)

Die Wilhelm-Härdrich-Stiftung wurde als selbstständige Stiftung des Privatrechtes gegründet und am16.09.1942 vom Jenaer Notar Dr. Almar Klopffleisch beglaubigt. Im Stiftungstext heißt es: "Die Wilhelm-Härdrich-Stiftung dient unmittelbar und ausschließlich der Förderung der Allgemeinheit. Das Stiftungsvermögen ist dazu bestimmt, die Zugangswege zum Jenzighaus und den anderen markanten Bergen in Jenas Umgebung zu verschönern und darüber hinaus zu erhalten, Anlagen, Anpflanzungen, Unterkunftsgelegenheiten und Parkanlagen zu schaffen und zu einem Naturschutzgebiet zu gestalten...".

Das Statut wurde jedoch zwischenzeitlich viermal geändert (1946,1992,2002), die Gründe sollen hier jedoch nicht angeführt werden.  

Dem Vorstand der Wilhelm-Härdrich-Stiftung gehören an laut Statut:

Der Oberbürgermeister der  Stadt Jena,  der Kanzler der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Dezernent für Finanzen der Stadt Jena. Mit Beschluss der Vorstandssitzung vom 22.02.2012 wurden gemäß den Möglichkeiten des Statutes zwei weitere Personen zugewählt.

Ferner gehören dem erweiterten Vorstand an zwei Vertreter der Jenaer Berggesellschaften, seit 2011 im turnus-gemäßen Wechsel.

 ------------------------------------------------------------------------------------------------------

Aus dem Ur-Statut von 1942 zitiert: 

"...drüber hinaus bezweckt die Stiftung die Förderung begabter Handwerker, deren Ausbildung zum Ingenieurberuf in einem Zweig des Automobilreparaturhandwerkes..."

Dieser Passus ist sinngemäß im neuen Statut erhalten geblieben. 

Unser Vereinsmitglied, Herr Horst Brill, geb. 5.11.1933, Mitglied seit 2.10.2003, war der zweite Begünstigte dieser Förderung. Ihm wurde am 11.09.1950 als Kraftfahrzeugmechaniker-Lehrling ein Stipentium in Höhe von monatlich 130 Mark zuerkannt - für ihn eine echte Unterstützung.  Heut lebt Herr Brill in Bergisch-Glattbach und weilt gelegentlich auch in unserer Mitte. 

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Auf Initiative der Jenzig-Gesellschaft erfolgte am 10.Mai 2011 die Enthüllung einer Gedenktafel zum 65. Todestages von Wilhelm Härdrich an seinem ehemaligen Wohnhaus Jenzigweg Nr. 50 ("Härdrich-Villa"). Anwesend waren u.a. der Vorstand der Wilhelm-Härdrich-Stiftung, Vertreter unserer Gesellschaft sowie die Enkelin des Bruders Ernst Härdrich,  Frau Marx, heute wohnhaft in Hannover.

Herr Dr. Albrecht Schröter, Vorsitzender der Wilhelm-Härdrich-Stiftung, enthüllt die Gedenktafel

Fotos: OTZ-Herr Michael Gross 


Frau Marx freut sich über die Ehrung des Onkels   

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------