Jenzig-Gesellschaft e.V.

 
 
 
 

Geologie

Die Geologie des Jenzig

Die Ausarbeitung erfolgte durch Herrn Dr. Thomas Voigt, Friedrich-Schiller Universität Jena
(thomas.voigt(at)uni-jena.de)

Schnitt durch den Jenzig

Die Form des markantesten Jenaer Berges wird durch seinen geologischen Aufbau verursacht. Er gleicht darin allen anderen Bergen in der Umgebung Jenas. Die Gesteine gehören in das Erdzeitalter der Trias und sind zwischen 240 und 230 Millionen Jahre alt. Sie werden am Jenzig hauptsächlich durch Gips und rote Tonsteine des Oberen Buntsandsteins und Kalksteine des Unteren Muschelkalks vertreten.

Die ältesten Gesteine sind im Gembdental zwischen dem Ortsausgang Jenas und Wogau zu finden. Dort wurden  weiße, lockere Sandsteine des Mittleren Buntsandsteins als Sand gewonnen. Nach den Fährten eines altertümlichen Reptils werden diese Sandsteine als Chirotherien-Sandstein bezeichnet. 

Der flachgeneigte Fuß des Jenzig wird aus dem Röt aufgebaut. Er besteht aus einem 20 m mächtigen Gips, der von grauen, überwiegend leuchtendroten Ton gefolgt wird ungefähr 80 m). Diese Tone wurden auf einer flachen Tiefebene abgelagert, die sich über ganz Mitteleuropa erstreckte.  Die eingelagerten Gipse zeugen von kurzzeitiger Meeresbedeckung, die von Verdunstung des Wassers gefolgt wurde. Über den roten Tonen folgen 20 m Kalksteine und graue Mergel (kalkhaltige Tone). Sie enthalten viele Muscheln, die man auf den Schichtflächen als runde Abdrücke sehen kann. In diesem Niveau gibt es am Südhang des Jenzig sogar mehrere kleine Stollen, in denen ein seltenes Mineral, der hellblaue Coelestin (Strontiumsulfat) über Jahrzehnte abgebaut wurde wurde.                          

Das blaue Mineral findet sich in den höchsten Schichten des Buntsandsteins. Es wurde bei der Zuckerherstellung und vor allem zur Herstellung von Feuerwerk verwendet. Strontium färbt Flammen rot.

Über dem Röt folgt der Untere Muschelkalk. Die hellgrauen, bröckligen Kalke bilden die steilen Hänge und die "Nase" des Jenzig.  Sie wurden ebenfalls im Meer sedimentiert, das von Südosten ausgehend, fast ganz Mitteleuropa eroberte. Noch im oberen Drittel des Muschelkalks wird das Jenzig-Plateau erreicht. Dort wurden zwei feste Kalksteinbänke (Terebratelbänke) abgebaut, die in Jena als Werkstein genutzt wurden. So bestehen die Stadtkirche und das Rathaus hauptsächlich aus diesem Kalkstein.

Der Rücken des Jenzig besteht aus dem Unteren Muschelkalk (Wellenkalk), der auch als Jena-Formation bezeichnet wird. Der Jenzigrücken

Am Westhang des Jenzig hat die Saale vor Jahrtausenden einen Steilhang geschaffen, an dem Gips und Tonsteine des Oberen Buntsandsteins (Röt) aufgeschlossen sind. Besonders auffällig sind Falten und rötliche Fasergips-Lagen.Am Westhang des Jenzig-Gips und Tonsteine des Oberen Buntsandsteins

Am Jenzig-Aufstieg sind die sogenannten Oolithbänke aufgeschlossen. Dort treten ehemalige Meeresböden auf, die von tiefen Furchen durchzogen werden. Diese Gänge wurden durch Würmer und Krebse angebohrt. Muschelkalk

Der Anschliff eines Hartgrundes zeigt die Bohrgänge, die nachträglich durch gelblichen Kalkschamm und kleine Kalkgerölle ausgefüllt wurden.Anschliff eines Hartgrundes zeigt die Bohrgänge

Der Muschelkalk erhielt seinen Namen wegen seiner Fossilien. Muscheln und Schnecken sind in bestimmten Lagen stark angereichert. Vermutlich entstanden diese Schichten bei Stürmen.Der Muschelkalk erhielt seinen Namen wegen seiner Fossilien

   

Am 22. August 2012 wurde eine sehr aufschlussreiche Schautafel am oberen Wanderweg, neben der Sorge-Bank zur geologischen Beschaffenheit des Jenzig aufgestellt. Initiative dafür erbrachte Herr Dr. Voigt, FSU und die Jenzig-Gesellschaft e.V.

     Foto: Sina Hoffmann, i.A. diehallos.de